Kinderbuch

Der HänsekenDer Hänseken.

Das Kinderepos entstand kurz vor Weihnachten 1879. Den Text für das Bilderbuch illustrierte Armin Wedekind. Die beiden Brüder machten es ihrer damals dreijährigen Schwester Emilie zum Weihnachtsgeschenk. Albert Langen nahm den Hänseken 1896 in Verlag. Gedruckt wurde das Kinderbuch in einer Auflage von 2000 Exemplaren. Die Illustrationen besorgte Josef Benedikt Engl unter Rückgriff auf die existierenden Vorlagen Armin Wedekinds, die sich für die Reproduktion nicht eigneten. Knapp zwei Jahrzehnte später, 1913, fahndete der Autor nach Restexemplaren des Werkes, da ihn verschiedene Bekannte dringend um Exemplare gebeten hatten. Heute ist der Erstdruck eine antiquarische Rarität. Deshalb besorgte die EFFW im Jahr 2005 einen Reprint im selben Format.

Die kundige Leserin und der aufmerksame Leser werden rasch erkennen, dass Wedekind mit seinem Werk zwei Kinderbuch-Autoren seine Reverenz erwies: Heinrich Hoffmann mit seinem „Struwwelpeter“ (1844) sowie Theodor Storm und dessen Märchen „Der kleine Häwelmann“ (1849).

Das ‚Hänschen klein’ von Wedekinds Gelegenheitsdichtung, im Titel ist angespielt auf das Volks- und Kinderlied aus dem 19. Jahrhundert von Franz Wiedemann, kommt recht ungezogen daher und eine Rückkehr in den Schoß der Familie bleibt ihm verwehrt. Dafür findet er sein Glück in der Fremde. Das stimmt auf andere Weise versöhnlich. Schwarz wie ein Mohr zu sein – wie schön, wenn dies nicht Strafe bedeutet, sondern: ihr entkommen zu sein. Kindheitserinnerungen und Kinderbücher können so kleine Rettungsanker sein, der sträflichen Ungewissheit geschuldet, abgerichtet zu werden oder unterzugehen.